Die Bruttomarge als Erfolgsfaktor
Die Bruttomarge ist der erste Gradmesser für Ihre Preissetzungsmacht und Einkaufseffizienz.
Die Bruttomarge (englisch: Gross Margin) ist eine der fundamentalsten Kennzahlen im E-Commerce. Sie zeigt, wie viel Prozent des Umsatzes nach Abzug der reinen Warenkosten übrig bleibt – bevor andere Betriebskosten berücksichtigt werden.
Was genau ist der Wareneinsatz?
Der Wareneinsatz (Cost of Goods Sold, COGS) umfasst alle direkten Kosten, die mit dem Produkt selbst verbunden sind:
- 1 Einkaufspreis: Der Preis, den Sie beim Lieferanten bezahlen.
- 2 Importkosten: Zölle, Fracht und Versicherung beim Import.
- 3 Lagerkosten: Direkte Kosten für Lagerung und Handling (optional).
Bruttomarge vs. Deckungsbeitrag
Während die Bruttomarge nur die reinen Warenkosten berücksichtigt, bezieht der Deckungsbeitrag alle variablen Kosten ein – also auch Versand, Verpackung und Zahlungsgebühren. Die Bruttomarge ist daher immer höher als der Deckungsbeitrag.
Ein Produkt mit 60% Bruttomarge kann nach Abzug von Versand (5%), Payment (3%) und Verpackung (2%) nur noch einen Deckungsbeitrag von 50% haben.
Strategien zur Margenoptimierung
Es gibt zwei grundsätzliche Wege, die Bruttomarge zu verbessern:
- 1 Einkaufsseite: Bessere Konditionen verhandeln, Lieferanten wechseln, Eigenmarken entwickeln, Großeinkauf nutzen.
- 2 Verkaufsseite: Preise erhöhen, Rabatte reduzieren, Premiumprodukte entwickeln, Bundles mit höherer Marge schnüren.
Analysieren Sie Ihre Bruttomarge regelmäßig nach Produktkategorien. Oft verbergen sich hinter einem durchschnittlichen Gesamtwert extreme Unterschiede – von hochprofitablen Nischenprodukten bis zu margenschwachen Traffictreibern.
Kombinieren Sie die Bruttomarge mit der Nettomarge, um ein vollständiges Bild Ihrer Rentabilität zu erhalten.
Die Bruttomarge ist eng verwandt mit dem DB1. Mehr dazu: Deckungsbeitrag im E-Commerce – der komplette Leitfaden